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Lernen und Ausrüstung

Meine youtube-Liste hat sich jetzt vollends auf das Thema Jagd konzentriert. Ich schaue mir Tests von Gewehren und Ausrüstung, oder Jagdvideos an.

Die Materialien des Heintges sind alle einmal gelesen. Haarwild, Federwild, Waffenhandhabung, Waffenrecht und Jagdhunde sind durch eigene Mitschriften angelernt und werden mindestens drei Mal die Woche wiederholt.

Ich habe ein sehr gutes Buch oder besser eine Broschüre gefunden welche die relevanten Infos zu Haar- und Federwild auf knapp 40 Seiten in Tabellen zusammenfasst. Praktisch ein Factbook. Das ist meine Lektüre für zwischendruch und den Flieger.

Bei den Zeitschriften bleibe ich meist bei den „Wilden Hunde“n hängen. Nach wie vor einfach ein Jagdporno mit viel Bildern und wenig Text. Sehr gut für Zwischendurch. Sonst gefällt mir die Zeitschrift „Der Jäger“ ganz gut. Artikel sind aus allen Lagern, auch wenn ich manchmal schon etwas schlucken muss, da die Argumentationen der einzelnen Autoren sehr, hmmm, wie sage ich es passend, an das Wahlprogramm von manchen Parteien erinnert. Hauptsache es hilft der eigenen Position. Aber ich bin ja ein erwachsener Mensch und muss nicht mehr jedem mit einer einfachen  Meinung hinterher laufen.

Die Ansprechkarten für Schalenwild von Heintges sind ganz nett und sorgen immer mal wieder für ein Aha-Erlebnis. Und manchmal die Frage wo auf dem Foto die Merkmale auf der Rückseite zu sehen sein sollen, aber da fehlt mir halt einfach die Erfahrung und vielleicht auch der nötige gute Wille.

Meine Gewehrauswahl gestaltet sich in Wellenbewegungen. Von CZ557 Range über Heym SR21 bis hin zu Ruger American ist alles dabei. Von daher steht die Richtung noch nicht fest.

Beim Zielfernrohr habe ich mich auf das Steiner Ranger für knapp 1000 EUR festegelegt. Ich konnt bei Frankonia den Vergleich zu weit teuereren Optiken machen. Klar ist das Steiner etwas schlechter, aber dafür auch erheblich günstiger. Vom Preis-Leistungsverhältnis top. Und als alter Bayreuther freut mich der Umsatz in der Region, selbst wenn die Optik dann in den USA zusammengeschraubt wird.

Habe mein Messerlager aufgerüstet. Das geniale Hultafors Brechmesser für 8 EUR wohnt jetzt in so ziemlich jeder Schublade im Haus und im Auto. Viel Messer für das Geld. Für den Gürtel gab es das Hultafors OK4, ein Outddormesser auf der Basis des Brechmessers aber mit rutschfestem Griff mit 25 EUR auch sehr viel Messer für den EUR. Für die Dickung habe ich mir eine Condor Machete zugelegt und fürs Abfangen werde ich in einem verschlossen Behältnis im Auto ein Linder FK2000 mitführen (die Klinge ist knapp 20cm lang).

Beim nächsten Praxisblock kann eine neue Engelbert Strauss motion 2020  Bundhose zeigen, ob sie den Preis von knapp 75 EUR wert war. Farblich ist sie in Braun und poppigen Neon-Grün gehalten. So spare ich mir die Warnausrüstung 🙂

Soweit zum aktuellen Stand.

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Die Lerngruppe – ein Muss – Lernen auf die Jägerprüfung

Hatte gerade mein drittes Lerngruppenmeeting mit Franco. Franco ist Schweizer, wohnt aber 3 Autostunden von mir weg, so dass die Lerngruppe am Telefon stattfindet.

Wir verabreden uns meist zu 20:30h und planen mit einer Stunde, wenn es geht an drei Abenden die Woche. Unsere berufliche Situation lässt es manchmal nicht zu, dass wir eine 100% Konstanz in unsrere Termine bekommen, aber so ist das Leben eben, manchmal nicht planbar und genau aus diesem Grund haben wir uns ja auch für den Blockkurs und nicht für den Ein-Jahreskurs entschieden.

Die Lerngruppe bringt mir persönlich eine Verpflichtung beim Lernen Müssen und andererseits durch die Wiederholung und die Erklärungen die nötige Vertiefung. Langsam entwickeln sich Fachgespräche und wir sind uns nur noch in den Details unsicher (z.B. betrifft die Gemsenblindheit meist nur ein oder beide Lichter).

Auch wenn die Zeit der Lerngruppe, gemessen an der Zeit in der praktischen und theoretischen Ausbildung, nur etwa ein Viertel einnehmen wird, so trägt sie in weit höherem Masse zum Wissen bei.

Lerngruppe? Topp!

 

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Der dritte Schießtermin

Heute war der dritte Schiesstermin. Ich bin ein weing beruhigter. Am Anfang schoss ich 2×5 Schuss mit der .308  sitzend auf 100m. Volkert, der den die Standleitung hatte nahm sich meiner Technik an, zeigte Bein- und Körperhaltung, korrigierte Fehler. Ging das mentale vor dem Schuss durch und brachte mein Mukken in ruhigeres Fahrwasser. Ich hatte pro Gruppe jeweils einen Ausreißer, der Rest saß aber im gewünschten Bereich, so dass mein Vertrauen wieder zurück ist. Den Rest der drei Stunden absolvierte ich auf dem Trappstand. Ich glaube ich habe noch zwei Stunden danach wie ein Honigkuchenpferd gegrinst. Wurfscheiben machen einfach Spass.

Auch wenn es jedes Mal drei Stunden Fahrerei sind, so lohnen sich die Schießtermine für mich sehr. Ich werde noch mal schauen, ob ich nicht eine Stunde privat nur für mich buche um die Technik sicher zu haben.

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Der erste Block ist vorbei – Lernen für die Jägerprüfung

Was für eine Woche. Ich könnte mich jetzt in mitleidheischenden Worten ergehen und mich in meinem Leid und meinem kleinen bischen Stolz suhlen, aber ich bringe es auf den Punkt: Es war fordernd aber es hat Spass gemacht und es hat was gebracht.

Dieser erste Block ging von Ostermontag bis zum darauf folgenden Sonntag, also 6 Tage am Stück. 6 Tage in denen ich meine gemietete Ferienwohnung nur kurz zum Schlafen aufsuchte. Aber der Reihe nach:

 

1. Tag – Ostermontag im Revier

Treffen ist um 11 Uhr im Revier unseres Ausbilders Gerhard. Es hat, wie in der Standortbeschreibung vermerkt tatsächlich keinen Handyempfang. Zum Glück standen dort auch die Koordinaten und mein Navi arbeitet auch offline.

Es geht pünktlich um 11h mit der Revierbegehung los, wir bekommen Hochstände, Salzlecken und andere Reviereinrichtungen gezeigt, sehen ein erstes Reh und bekommen eine Ahnung warum der Schwarzwald ein Mittelgebirge ist. Es geht den Wald rauf und runter, meine Kondition ist gefordert. Zu Mittag finden wir uns zu Rehwürstchen vom Grill an der Jagdhütte ein. Auch die Mittagspause wird z.B. für die Altersbestimmung von Geweihtrophähen genutzt während die Würstchen sich auf dem Grill erwärmen. Und natürlich regnet es den ganzen Tag bei knapp 7 Grad Höchsttemperatur. Klar, so muss ein Urlaub aussehen.

Die Art der Wissenvermittlung liegt mir, genau das was ich schon vermuttet hatte. Es sind „sehen und begreifen“ Begehungen. „Wir sehen hier die Kirschenaufforstung. Welches Wild schält? Wie würde man Schälschäden hier vermeiden? Welche Pflichten hat der Jagdpächter bei Wildschadensersatz. Woraus wird das begründet. ….“ Ja, so kann ich es mir besser merken und es in mein Wissensnetz einpflegen.

Der Tag ist viel zu schnell rum, wobei mein ausgefrorener Körper vehemend nach einer Dusche verlangt. Der morgige Tag ist in-doors.

 

2. Tag – Haus der Natur auf dem Feldberg

Zum Glück sind die Sommerreifen auf meinem Forester durch das M+S Logo zumindest rechtlich für Schnee zugelassen. Es hatte die Nacht um den Gefrierpunkt und knapp 5 cm neues Weiss zieren die Strasse. Oben auf dem Feldberg paaren sich Schnee und eisige Temperaturen mit einem starken Wind. Ich wusste doch, dass das Wetter noch mehr drauf hat.

Der heutige Tag ist indoors Wissenvermittlung zum Thema Haarwild. Ich schreibe viel mit (eine meiner Lernmittel) und abstrahiere. Zahnformeln, Setzzeiten, Jägersprache. Alles ganz schön viel. Mittagessen gibt es in der sehr guten Pizzaria auf dem Feldberg. Waren am Vormittag noch Reh, Rot und Schwarzwild an der Reihe, so gibt es jetzt Inputs zu Fuchs, Dachs und Marder. Gegen 17h ist der Kurs zu Ende und natürlich bekommen wir eine Hausaufgabe (zwei Hochwildarten unserer Wahl alles was wir dazu wissen über die ersten zwei Lebensjahre beschreiben).  Ich gebe mir Abends eine kurzen Wiederholung und dannach die Snooker WM in Sheffield. Hausaufgabe mache ich morgen früh.

 

3. Tag – Haus der Natur auf dem Feldberg und Schiesskino

Jeder bekommt ein Plastiktier von Schleich und muss bewerten, ob das Tier richtig abgebildet aus der Gussform kam. Beim Rehbock z.B. ist eine helle Schürze im Sommerkleid aufgemalt. OK, es ist tatsächlich was hängen geblieben. Werde das nächste Mal an der Kasse im Landi (schweizerische BayWa und dort liegen die Schleichfiguren am Kassenbereich für die Kinder aus statt Süssigkeiten) nachkontrollieren. Die Hausaufgabe ist sehr gut, wir fangen an uns gegenseitig zu verbessern und unser zusätzliches Wissen einzubringen. Eine sehr gute und offene Lernatmösphäre. Und es sind ausser mir nur 4 weitere Schüler im Kurs. Das Betreuungsverhältnis ist also optimal. Heute ging es weiter mit Hasen und Kaninchen, wir diskutieren über den Wolf und den Luchs, das für und wieder der Aufnahme in die jeweilgen Jagegesetze. Nach wie vor beeindruckt mich die diffenrenzierte aber auch wertfreie Diskussion und Gesprächsführung. Alle Aspekte, Dogmen und Sichtweisen werden besprochen (gerade bei den Themen Luchs und vor allem Wolf gibt es in der Jägerschaft den einen oder anderen Graben) und diskutiert. Wir lernen unseren Trainer für die nächsten Tage kennen. Konrad wird uns durch das Federwild und das Wildtiermanegementgesetz führen. Nach 17 Uhr geht es dann in Fahrgemeinschaften nach Bremgarten ins Schiesskino.

Wir beschiessen virtuelle Sauen mit der Langwaffe und danach mit Revolver und Pistole Scheiben.  Macht Spass und ist viel zu früh vorbei. Nach kurzem Essen bin ich um 23h wieder in der FeWo.

 

Tag 4 – Haus der Natur auf dem Feldberg und Exkursion

Heute ist es für mich ein kleines Heimspiel. Federwild. Als sich bemühender Ornithologe fällt es mir leichter als den anderen die Entenarten zu identifizieren. Dennoch muss auch ich z.B. bei den Jagdzeiten büffeln. Mittagessen gibt es in der Naturschutzstation in XXXXX. Wir bekommen von Michael, einem der dortigen Mitarebeiter und selbst Jäger, eine sehr gute Führung durch die Sonderausstellung „Wolf“ und einen sehr guten und differenzierten Einblick. Anschliessend rücken wir dem Gefieder auf einer ornithologischen Exkursion auf den Leib. Wir sehen auf dem Moorstandort die üblichen Verdächtigen. Das Training bewährt sich, meine Mitschüler erkennen zuverlässig die Enten und Rallenarten. Nach dem Moor fahren wir weiter an einen See und führen uns dort bei bestem Sonnenschein die lokalen Enten und Gänsearten zu Gemüte. Es ist fantastisch. Alle relevanten Arten können im Spektiv angesprochen werden. Zusätzlich gibt es auch bei den Enten Spezilitäten wie Löffelente und für mich die schon lange nicht mehr gesehene Schwarzkopfmöwe als i-Tüpfelchen.

Abends geht es noch in ein Feldrevier. Neben einem Schwarzkehlchen gibt es wunderbare Anblicke von Feldrehen, Damwild und Fuchs. Die Temperaturen von mittlerweile 0 Grad lassen dann den Abend sehr kalt abschliessen. Ich hole mein Auto um 23h aus dem Parkhaus am Feldberg. In der Nähe ruft ein Kauz, der Mond strahlt und reflektiert im Schnee. Perfekter Tagesausklang.

Tag 5 – Haus der Natur und  Schiessstand

Heute Morgen starten wir mit dem Wildtiermanagementgesetz und den Jagdhunden voll durch. Für mich als Katzenmensch ist das Thema Jagdhunde doch mit einer gewissen Distanz versehen. Doch Konrad gelingt es meine schwache Motivation anzustacheln und mit einer vorgängigen, sehr guten Einteilung ein wenig System in das Thema zu bringen. Mit eigenen Hundefotos von Drückjagden werden Hunderassen quizbasiert abgefragt, die Brauchbarkeitsprüfungen durchgesprochen und das Thema und die Jagdarten mit Hund sehr gut visualisiert. Ich fühle mich zumindest besser als noch am Vortag, auch wenn ich dort schon einen langhaarigen Weimaraner als solchen ansprechen konnte. Immerhin gut geraten.

Diesmal bin ich mit Fahren dran und wir sind in einer knappen Stunde in Bremgarten. Das Schiessen läuft heute nicht so gut, ich fange an zu Mucken (siehe eigener Beitrag). Gar nicht gut. Wegen aktuem Waffenmangel schiesse ich mal aus Spass mit der Linkshänderwaffe (Tikka T3). Der Streukreis geht so, aber die Trefferlage ist weit weg von der 10. Bin gerade sehr demotiviert mit meinen Schiessergebniss. Zumal auch das Freihändig stehend auf 50m alles andere als vielversprechend lief. Dafür haben die 30 Wurfscheiben Spass gemacht und ich habe davon mehr als die Hälfte auch sauber getroffen. Immerhin.

 

Tag 6 – Exkursion in der Schweiz

Am heutigen Tag machen wir mit Konrad eine ornithologische Exkursion an den Klingnauer Stausee in der Schweiz. Ein perfektes Wasservogelrevier. Wir sehen mehr als 60 Arten und können formatfüllende Aufnahme von einer Nutria machen. Meine Mitkursteilnehmerin entwickelt sich langsam zu einer ernstzunehmenden Ornithologin. Erkennt schon selbst im Spektiv die Arten und vor allem diejenigen die sich noch nicht kennt. Ich ziehe den Hut vor so viel Lernleistung und erinnere mich, dass ich das gleiche bei Haarwild und bei den Jagdhunden leisten muss. Das wird noch ein Pensum für mich  werden.

Gegen 16h machen wir uns auf den Rückweg in Richtung Feldberg.

 

Tag 7 – Landesjagdhundeschau auf dem Dornsberg

Fahren gehört zu den grundlegenden Dingen meines Jagdkursformats und so mache ich mich am Sonntag gegen 9 Uhr auf zum Donrsberg, Auf dem Gelände der dortigen Landesjagdschule gibt es speziell für Jagdschüler und Interessierte eine Hundeschau. Was soll ich sagen? Einfach ein geniales Format. Der Moderator spricht frei über die jeweiligen Jagdhunde, über Geschichte, Zucht, Erfolg und MIsserfolg, über jagdlichen Einsatz und und und. Es ist Jagdhunde full-throttle und sogar ein Nova Scotia duck-tolling Retriever ist dabei. Einfach mal googlen.

Am späten Nachmittag fahre ich vollkommen erledigt zurück nach Hause.

Mein Fazit des ersten Blocks:

– Sehr gute Dozenten und für mich die passende Art der Wissensvermittlung

– Sehr viel gelernt und gemerkt wie wenig ich eigentlich weiss, ich muss das Lernpensum stark erhöhen

– Sehr guter Kurs, meine Mit-Teilnehmer wollen und das merkt man

– Viel Fahrerei, ich habe unterschätzt wieviel es zu fahren ist.

– Ich muss den Budgetrahmen aufstocken. Die Parkkosten pro Tag auf dem Feldberg mit jeweils 10 EUR stellen eine zusätzliche Belastung dar, genauso wie die Mittagessen im Restaurant. Ich erstelle gerade mal eine erste Kostenübersicht.

– beim Schiessen brauche ich mehr Übung. Ich komme mit der Orgnaisation der Schiesstermine und dem dann dort vorherrschenden Gedränge nicht klar. Ich brauche Ruhe um die Technik zu erlernen. Muss das abklären.

Und ich freue mich schon auf den zweiten Block.

 

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Lernen für die Jägerprüfung

Gerade im Moment frage ich mich was ich mir da eigentlich angetan habe. Die Bezeichnung „grünes Abitur“ für die Jägerprüfung fand ich zunächst lustig, da ich wusste wie lange ich für mein Abitur gelernt habe. Jetzt, nach dem ich den Aufwand etwas überblicke dürfte der Lernaufwand für die Jägerprüfung im Umfang tatsächlich dem Umfang meines zweijährigen Leistungskurses Biologie entsprechen.

Zum Glück sind die Themen so vielfältig wie es die Aspekte der Jagd sind. Wildtierkunde, Jagdbetrieb, Hundewesen, Land- und Forstwirtschaft,  Waffensachkunde, Schiessbetrieb, Kulturelle Aspekte, Tierkrankheiten, Kulturbau, Jägersprache usw.

Ein ganzer Strauß an Themen. Als Einstieg hatte ich mir das Standarwerk von Seibt duchgeblättert, dann gelesen und dann probiert zu lernen. Schnell stellte ich fest, dass damit zu viele Fragen offenblieben. Hier kommen die Heintges Lernhilfen ins Spiel. Diese widmen sich einem Thema gezielt mit einer für meinen Lerntyp hervorragenden didaktischen Methode. Ich habe diese bei meiner Jagdschule im Bundle zum Vorzugspreis erworben. Dafür bekommt man dann einen ansprechenden Karton welche knapp 8 Kilo wiegt. Wissen wiegt schwer. Ich lerne jetzt mit dem Seibt als Themenüberblick und als Vertiefung zum Thema die Heintges Lernhilfen. Dann mache ich die Prüfung auf meiner iPad-App und schreibe die Dinge die ich nicht wusste auf meinen Block und lokalisiere damit die Wissenslücken zum Nachlernen. Ich bin begeistert wie schnell mein Fortschritt bei der Waffensachkunde ist und besorgt wie schlecht ich mir merken kann wann welche Tierart in welchem Alter welches Geweih abwirft. Hoffe da aber auf Tipps von meinem Ausbilder.

Meine beiden Themen die ich gerade nicht mag sind eben Wildtierkunde und Hundewesen. Ich als Katzenmensch finde Hunde jetzt einfach nicht so spannend, obwohl sie zum Jagen in vielen Situationen unabdingbar oder mindestens sehr hilfreich  sind. Darüber hinaus geben Begeisterte für ein Thema natürlich immer Vollgas und nach Anlesen von Zeitschriften wie Jagd und Hund komme ich zum Schluss, dass alle Vorurteile die ich über Dackelzüchtervereine bis dato hatte scheinbar nur die Spitze des Eisbergs waren.

Meine Youtubehistorie hat sich vollkommen auf das Thema Jagd fokussiert und Kanäle wie Der Waldläufer oder Der eine Jäger geben viel Infos und bringen spannende Denkanstöße. Mein Favorit aber ist jagdundnatur.tv mit vielen sehr spannenden Beiträgen zum Wildtiermanagement. Hier glaube ich sieht man gut wo die Reise hingehen wird und wie sich die Arbeit des Jägers verändern wird.
Beim Auto schaue ich mir gerade Pickups an und so langsam schleichen sich die ersten Jagdsprache Wörter in den Wortschatz.

Lernen insgesamt geht dank der mittlerweile sehr vielen Medien gut. Smartphone und Tablet kombiniert mit Buch, Heft und eigenen Mitschriften. So kann ich im Flieger meist knapp 150 Fragen üben (ja nach Flugstrecke). Ich frage mich nur wie ich in 100 Minuten 120 Fragen beantworten soll. Auf jeden Fall sehr sportlich, da sind andere Bundesländer sehr viel weniger fordernd.

Aber hey wir lernen ja nicht für die Prüfung sondern fürs Leben.

 

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Erster Termin – Schießen

Heute war es soweit. Ich habe meinen Jagdtrainer und 3/4 der Kursteilnehmer kennengelernt. Und ich war sehr erleichtert. Der Trainer war ganz und gar nicht so unentspannt wie manche Ausbilder die ich in Youtube-Videos gesehen hatte. Meine Mitkursteilnehmer sind keine abgehobenen und arroganten sozial inkompetenten Schnösel welche die Jagd zur Netzwerkerweiterung nutzen möchten.
Also lauter ganz normale und nette Menschen. Zum Glück.

Als ich gegen 16:15h auf dem Schießplatz ankam war das Tor noch versperrt, OK, die abgemachte Zeit war 17 Uhr (ja, ich weiss, immer zu früh).  Also noch schnell beim gegenüberliegenden McDonalds einen Kaffee organisert und den wunderbaren Sonnenschein genossen. Um 16:30 wurde da Tor aufgeschlossen und die ersten weiteren Autos trafen ein. Also schnell ins eigene Auto gestiegen und hinterher. Auf dem Parkplatz des Schießstandes standen schon zwei Menschen neben ihren Autos, nach dem ersten Blick auf die grüne Kleidungsfarbe zu urteilen, ebenfalls Kursteilnehmer. Im Gespräch stellte sich heraus, dass die beiden Teilnehmer des Jahreskurses waren. Diese machen am gleichen Tag wie wir die Prüfung, haben dafür aber fast ein Jahr Ausbildung, also mehr als 3 Mal soviel Zeit wie wir. Im Gespräch war das auch sofort festzustellen. Es klang nach Jägersprache und die berichteten Erlebnisse von Drückjagdteilnahmen unterstrichen den vermuteteten Erfahrungsschatz. Ich werde mich anstrengen müssen in der kurzen Zeit zumindest beim Wissen nachzuziehen. Die Erfahrung wird bei mir erst nach der Prüfung das Erlernte festigen können. Aber das wusste ich schon vorher und dessen war mir bei der Wahl der Ausbildungsform auch voll bewusst. (Siehe Die richtige Jagdausbildung finden).

Nach und nach trudeltden die weiteren Teilnehmer ein und dann ging es los.

Zunächst gab es eine Einweisung mit Rundgang auf dem Schießplatz. Wir lernten von Horst unserer Standaufsicht, dass wir uns auf dem grössten Schießstand in Deutschland befinden und als Trivia, dass der aktuelle Tatort welcher am 2. April 2017 gezeigt wird auch Szenen hier gedreht hat.

Wir lernten die Sicherheitsvorschriften und bekamen Wurfscheiben, Kipp-Hasen, 100m Schießbahnen, laufenden Keiler, den Bunker (dort wo die Waffen sicher verwahrt werden können zwischen zwei Schießterminen) und sehr wichtig, das Restaurant kennen. Hier war ich sehr angenehm über die fairen Preise und die Freundlichkeit der Mitarbeiter überrascht. Eine Stimmung die sich quer über die meisten Personen die sich aus professionellen Gründen auf dem Platz befanden zuzutreffen schien. Gelöst, aber in Sicherheitsdingen sehr konkret. Eine Stimmung wie ich sie schon von des Schießständen aus den USA, vom Segeln und vom Tauchen kenne. Keine Angst haben, aber nie den Respekt vor der Materie verlieren und leichtsinnig werden.

Mit den 3 anderen Teilnehmer „meines“ Kurses durften ich die erste Station absolvieren. Kipp-Hase (ich schreibe das so, damit die Leser meines Blogs die richtige Aussprache und die Bedeutung leichter erfassen, ich war am Anfang immer beim Lesen über die Kipp-Phase gestolpert und hatte mich gefragt was das wohl sein soll 🙂 )

Ziel bei Kipp-Hase ist es eine Gruppe von 4 metallenen, nach hinten klappenden Metallscheiben, welche zuammen  das Profil eines Hasen haben, in der Bewegung zu treffen. Der Hase wird von links oder rechts in knapp 30 Meter (den genauen Abstand habe ich in der Aufregung gleich wieder vergessen) Entfernung am Schützen vorbei gefahren. Die Waffe welche geschossen wird ist eine Flinte. Diese verschießt Schrotladungen. Auf knapp 30 Meter ist die Schrotkugelwolke knapp unter einen Meter im Gesamt-Durchmesser, wobei zum Umkippen schon ein paar Kügelchen das Metall treffen müssen. Wir hatten zwei brandneue Blaser F3 dabei eine davon in Linkshänderausführung für einen meiner Mitschüler.

Gerhard zeigte uns vor dem Stand die Waffe und deren Handhabung, erklärte Sicherheitsverhalten und wies auf häufige Fehler hin. Besonders gut gefiel mir, dass auch der jagdliche Einsatz, sowie die vernünftige und die erlaubte Schussentfernung diskutiert wurden. Es geht beim Jagen ja nicht um das Treffen sondern um das schnelle Töten und das können zwei vollkommen verschiedene Dinge sein. Vor allem die Hinweise darauf lieber auf den Schuss zu verzichten als „schussgeil“ es zu versuchen fand ich sehr richtig. Ich hatte auf Youtube selbstgedrehte Videos von „Jägern“ gesehen, welche auf Drückjagden unter extrem ungünstigen Winkeln und schwierigem Schussfeld hinter dem Wild her schossen. Ich möchte gar nicht wissen was die Nachsucher da als Ergebnis gefunden haben.

Nach der Erklärung des Standes und schon fast natürlicher Festlegung der Aufgaben (Schiessen, Munition auspacken und 10 Schuss für den Schützen griffgünstig in einem Holzblock darpieren, Aufsammeln der verschossenen und ausgestossenen Hülsen nach dem Schiessen, usw. ) kam ich an die Reihe. Es wird mit einer Bock-Doppel-Flinte aus dem unteren Lauf geschossen.  Jagdliche Erwartungshaltung mit dem Schaft auf Hüfthöhe, Anschlag und zielen, Hase los, Vorhalten auf das erste Segment, Schuss, Rückschlag, Enttäuschung. OK, das ging ne ganze Ecke drüber. Waffe abkippen, wundern wie weit die Hülse dank der Ejektoren rausfliegt, neue Patrone aufnehmen und in den unteren Lauf laden. Warten bis der Hase zurück läuft.  Nächster Hase, tiefer zielen, Schuss. Vorbei. OK, ruhiger werden, tief durchatmen. Laden. Anschlag. Schuss. Das erste Segment fällt. Juhu. Erleichterung. Langsam fallen die einzelnen Ablaufschritte leichter, das Brechen der Waffe (Mechanismus entriegeln und die Waffe mit Kraft abknicken), das Zielen. Die Anspannung vor dem Schuss weicht einer leichten Vorfreude auf den Schuss.
Ich lerne welche Schwierigkeiten unser Linkshänder mit von rechts kommenden Hasen haben muss. Als meine Hasen von links komme (ich bin Rechtshänder) muss mein Körper mehr drehen und das Treffen wird anspruchsvoller.
Auf dem Schusstagebuch für heute werden für den Kipp-Hasen 2 Mal 7 Treffer von 10 möglichen Vorbeifahrten stehen. Ein gutes Ergebnis für das erste Mal. Nicht übermütig werden. Ich kenne das vom Golfen und vom Bowling spielen. Es gibt gute Tage und es gibt die meisten Tage und an diesen normalen Tagen werde ich mich fragen, ob ich jemals zuvor eine Flinte in der Hand hatte. Aber ich bin beruhigt. Ich habe niemanden erschossen und mich nicht verletzt. Die aufgeregte Unsicherheit ist einer aufgeregten positiven Anspannung gewichen.

Mir hat gefallen wie Gerhard uns trainiert hat. Erst mal machen lassen uns unsere Erfahrung machen lassen, dann sehr sparsam Tipps geben und immer auf Fragen mit dem Ansatz des „Verstehen lehrens“ antworten. Ich habe nicht das Gefühl ein unwissender Schüler zu sein, sondern fühle mich voll im Erfahrungsmodus, verinnerliche, lerne beim Machen.

Die nächste Station ist 100m sitzend auf die Rehbockscheibe. Hier wird mit einer Sauer 101 Büchse im Kaliber .308 Winchester geschossen. Ein Unterschied zu einigen Jagdkursanbietern die mit einem kleineren Kaliber (z.B. .223 Remington) schiessen um den Teilnehmern einen kleineren Rückstoss und sich selbst als Nebeneffekt geringere Kosten pro Teilnehmer (.223 Rem. Patronen kosten ungefähr die Hälfte von .308) zu verschaffen.
Ich finde es vernünftig und sinnvoll in einem Kaliber zu schiessen in welchem später wahrscheinlich meine erste eigene Büchse kaufen werden Kaliber . 223 Rem. ist in Deutschland wegen einer Auftreffenergie von meist unter 2kJ in 100 Meter Schussentfernung (E100) nicht für Hoch- und Schwarzwild erlaubt). Kaliber .308 Win. schaffte i.d.R. Eine E100 von mind. 2,5kJ und ist in Deutschland mittlerweile ein beliebtes Allroundkaliber.

Die Einweisung in den Schießstand und in die Waffe laufen wie gehabt professionell und unaufgeregt. Meine ersten 5 Schuss mit der Büchse sind an der Reihe. Ich nehme meine 5 Patronen und drappiere sie in einem Patronenhalter. Aufnahme das Gewehrs, Patrone in die Kammer einlegen, Verschluss schliessen, in Anschlag gehen, Blick durch das Zeiss-Zielfernrohr. Hoppla der Bock ist doch ziemlich klein und die Mitte des Fadenkreuzes zittert sich so über die Fläche. Ok, zur Ruhe kommen, Ausatmen, erneut in den Anschlag gehen, zielen und fliegen lassen (Abdrücken in Jägersprache). OK, das ist ein Rückstoss, nicht zu Vergleichen mit der Flinte mit der zahmen Übungsmunition. Durch das Zielfernrohr blicken wo der Anschuss war. Keine Ahnug, nicht zu erkennen. Also Verschluss öffnen, Hülse wird ausgeworfen, nächste Patrone einlegen, mental auf den Schuss vorbereiten und fliegen lassen. Trefferlage wieder nicht zu erkennen, aber bei dem schwindenden Licht und dem mittlerweile nur noch aus Aufklebern bestehenden Zielbereich auf der Scheibe wahrscheinlich nicht verwunderlich. Als nach dem letzten Schuss die Scheibe vor mir zum Stehen kommt sehe ich 4 Löcher in verteiler Streuung von 3 bis 10. Moment 4? Es waren doch 5 Schüssen. Oh Mann da habe ich am Anfang wohl noch nicht mal die Scheibe getroffen. Es klärt sich auf, als der Schütze rechts neben mir auf seiner Scheibe ein Loch zu viel findet. Ich hatte mich scheinbar so darauf konzentriert die richige Scheibe zu treffen, dass ich in meiner Aufregung am Anfang wohl dann genau die Nachbarscheibe ins Visier nahm. Passiert mir nie wieder. Habe ich gelernt.

Die zweite Reihe mit 5 Schüssen lege ich anders auf. Der Schaft liegt jetzt direkt auf dem Holz auf, meine linke Hand ruht auf meinem rechten Oberarm. Der Anschlag wird gleich sehr viel ruhiger, das Ergebnis mit 3 mal 10 und 2 mal 9 sehr viel besser. Dem Hinweis von Gehrhard, dass im jagdlichen Einsatz mit dieser Auflage die manchmal benötigte Flexibilität nicht gewährleistet sein muss ich unumwunden zustimmen. Ich denke es war mein Ehrgeiz, dass ich nach dem ersten Schussbild mir selbst beweisen wollte, dass ich das kann. Somit habe ich die Aussenbedingungen so verbessert, dass ich Erfolg hatte. Aber es ist wie immer im Leben:
Nur dass was unter suboptimalen Bedingungen gerlernt wird funktioniert auch unter optimalen Bedingungen. Umgekehrt ist das selten der Fall. Also das nächste Mal die Linke Hand unter den Schaft und Realität üben.

Gegen 21 Uhr trennen sich unsere Weg und ich mache mich zufrieden auf die 1,5 Stunden Rückreise. Nette Menschen kennengelernt, ganz vernünftig beim Schießen angestellt und Vorfreude auf den nächsten Termin im Herz. Was will ich mehr?

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Die richtige Jagdausbildung finden

Die Jagdausbildung in Deutschland resultiert in der sogenannten Jägerprüfung. Die Jägerprüfung unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland im Umfang aber die Prüfungen werden untereinander anerkannt. So kann ich als z.B. in Bayern wohnsitzender auch in Baden-Würtemberg die Prüfung ablegen.

Die Prüfung selbst zerfällt in den meisten Bundesländern in einen Schiessteil, einen theoretischen Multiple-Choice Teil und einen praktischen Teil. Oft finden Theorie und Schiessprüfung an einem und der praktische Teil an einem zweiten Tag statt.

Soweit zum Ziel, jetzt zum Weg.

Es gibt zwei grosse Ausbildungs-Wege um zur Prüfung zugelassen zu werden, denn man benötigt in den meisten Bundesländern den Nachweis einer Ausbildung mit einem Mindeststundenanteil. Einerseits kann diese Ausbildung durch die Jagdverbände stattfinden, andererseits durch eine private Jagdschule.

Für mich erschien die private Jagdschule besser mit meinem Beruf und Privatleben vereinbar, da hier neben Schulungen von einem Jahr oder mehr  Dauer auch solche im mehrwöchigen Blockunterricht angeboten werden. Im Gegensatz dazu bieten die miesten Jagdverbände halbjährliche bis Jahresschulungen mit Terminen meist unter der Woche und am Wochenende. Dies ist mit meiner beruflichen Situation als Wochenendpendler nicht vereinbar, da ich unter der Woche in der Schweiz und am Wochenende in Deuschland bin. Somit war also klar, dass es eine Jagdschule werden sollte.

Bei den Jagdschulen gibt es unterschiedliche Konzepte. Die meisten gehen von der Idee aus, dass der Schüler zwei bis vier Wochen im Block beschult wird und dann zur Prüfung antritt. Das Extremste was ich gefunden habe waren 14 Tage inkl. Prüfung. Wenn ich davon ausgehe, dass die Prüfung 2 Tage dauert, dann sind das 12 Tage Kurs. In dieser Zeit alles prüfungsrelevante zu den einzelnen Themen zu festigen, denn in jeder Variante muss vorab zu Hause gelernt werde,  hielt ich für meine Fähigkeiten für zu sportlich. Die Variante mit 3 Wochen fand ich machbar, die vierwöchigen Varianten würden mich fast meinen kompletten Jahresurlaub kosten.
Ich war mir klar, dass solche Blöcke natürlich zwar das Wissen vermitteln können, aber die Anwendung des Wissens, also das Erlenernen, Begreifen und Verinnerlichen würde im Wesentlichen erst nach der Prüfung stattfinden können.

Bis ich bei meiner Suche auf eine Jagdschule traf die diese Dilemma thematisierte und mir auch eine Lösung versprach. Praktisch das Beste aus beiden Welten. 3 Monate Gesamtdauer in 4 Blöcken. 2 der Blöcke in den Ferienwochen von Ostern und Pfingsten jeweils von Samstag bis Samstag bringen mir z.B. bei insgesamt nur 8 Tagen Urlaub 12 Ausbildungstage, ein Block liegt über dem Himmelfahrts Brückentag bei 1 Tag Urlaub zu 4 Ausbildungstagen usw. So komme ich in den 3 Monaten auf insgesamt 22 Tage Ausbildung bei nur 9 Tagen Urlaub. Und es gibt genug Zeit zwischen den Blöcken das Erlernte zu festigen. Perfekt. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit ein Seminaren Dritter Anbieter wie einem Anschussseminar (zur Verbesserung des Erkennens der Trefferlage durch Anschussspuren) und einer Sachkundeschulung zum Thema Trichinenprobeentnahme.
Als Schiesstermine werden insgesamt 10 Termine in den Abendstunden angeboten. Davon liegt knapp die Hälfte in Blockzeiträumen mit einer prüfungsnahen Verdichtung der Termine.

Vor allem aber das Leitbild des Learning by Doing hat mich angesprochen: Es gibt im Winter die Möglichkeit an Drückjagden als Treiber teilzunehmen und beim Schiessen wird nicht auf das Prüfungsergebnis geübt, sondern in Jagdkalibern mit ordentlichem Rückstoss wie der .308 Win.

Somit hatte ich die für mich richtige Schule gefunden. Die jeweilgen Überlegungen sind sehr individuell. So hat ein Freund von mir mit seiner Frau den Kurs beim Jagdverband gemacht und war ebenso zufrieden, da diese Kurse mit seiner beruflichen und familiären Realität zusammenpassten.

 

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Warum will ich Jäger werden?

Tja, ne gute Frage.

Hätte mir jemand noch im Jahr 2013 gesagt, dass ich im Jahr 2017 einen Termin für meine Jägerprüfung haben werde, so hätte ich das entrüstet zurück gewiesen. Entrüstet deshalb, weil ich zu dieser Zeit ein im besten Fall neutrales Verhältnis zur Jagd hatte. Als Ornithologe und begeistertes Mitglied im Landesbund für Vogelschutz waren Jäger einerseits Verbündete beim Wanderfalkenschutz und gaben andererseits ein Feindbild beim Kormoranabschuss ab und erregten darüber hinaus bei mir ein massives Kopfschütteln bei den öffentlichen Aussagen der Jagdverbände zu Luchs und Wolf.

Der Mensch hat durch den beginnenden massiven Eingriff in Natur und Landschaft, beginnend mit der Sesshaftigkeit vor rund 6000 Jahren im Gleichgewicht der Natur massiv mitmischt und dieses verändert.  Meist mit einer im Rückblick befremdlichen Naivität, gestalten wir Artenvielfalt und Anzahl der Individuen. Dort wo der Mensch sich durch Bejagung selbst an das obere Ende der Nahrungskette gesetzt hat und alle anderen konkurrierenden  Predatoren wie Bär, Wolf oder Luchs entweder ausgerottet, oder so stark dezimiert hat, dass das Gleichgewicht massiv gestört ist muss durch erneuten Eingriff ausgeglichen werden, da sonst andere Folgeschäde auftreten.

Dazu ein kleines Beispiel: Der Fuchs überträgt die Tollwut. Tollwut ist für domestizierte Tiere und den Mensch eine sehr gefährliche meist tödliche Krankheit. Deshalb ist es merh als vernünftig die Tollwut zu bekmpfen. Zur Ausrottung der Tollwut wurden Füchse durch präparierte Köder geimpft. Mit Erfolg. Die Tollwut gilt in unseren Breiten als entweder beseitigt oder im Griff. Der Nachteil ist, dass der Tollwut auch keine Füchse mehr zum Opfer fallen und somit die Population steigt. Füchse sind Fleischfresser, die auch gerne mal Eier und Kücken von Bodenbrüter als Beute nehmen. In dieser Gleichung bedeutet mehr Füchse weniger Bodenbrüter wie Brachvogel oder Pfuhlschnepfe. Die Natur hatte die Tollwut als bestandregulierende Massnahme für den Fuchs entwickelt. Dieses natürliche Gleichgewicht ist verschoben. Hier bemühen sich Jäger das Gleichgewicht wieder hestzustellen. Gleiches gilt für neu eingeführte Arten wie Marderhund, Mink oder Waschbär die mangels natürlicher Feinde in der Population massiv ansteigen und nicht nur den Vogelbeständen stark zusetzen.

Als Hobby-Ornithologe bin ich also schon einmal für die Reduktion von Arten die Schäden in Vogelopulationen anrichten. Somit ist Jagd für mich in manchen Bereichen Artenschutz.

Doch nicht nur die Tollwut, auch die rasante Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest, die teils schweren Verkehrsunfälle mit oder wegen Schwarzwild und die um sich greifende und vor allem Hunde tödlich befallende Aujeszkysche Krankheit machen die Bestrebungen zur Reduktion der Anzahl der Wildschweine für mich nachvollziehbar. Wildschweine sind darüber hinaus Allesfresser die auch gerne mal ein Rehkitz oder Bodenbrüter mitnehmen.

Nur so am Rande : Die immer mal wieder zu lesenden Fälle von Wildschweinangriffen geben meines Erachtens ein sehr fokussiertes Bild der Gefährdung wieder und sind für mich kein Argument eine Bejagung zu forcieren. Die Gefählichkeit für den Menschen im Fall von rauschenden Keilern oder Bachen im Kessel steigt natürlich mit der steigenden Individuenanzahl aber insgesamt ist das Risiko für den Menschen vernachlässigbar gering.

Apropos Wildschwein, dieses schmeckt im Gegensatz zum Fuchs (OK, Fuchs habe ich nicht probiert, sondern nur gelesen, aber da war das Bild relativ eindeutig) besser und das führt mich zu meinem zweiten Punkt.

Jagd dient dem Erwerb von echter Bio-Nahrung. Ich hatte diesen Gedanken als ich mal wieder einen Tiertransporter auf der Autobahn überholte und die Schnauzen der armen Schweine aus den Beatmungsschlitzen sah. Das ist für mich kein Umgang mit der Kreatur. Stundenlanger Stress und dann das industriehafte Schlachten der Tiere durch Betäubung und Ausblutung.
Natürlich könnte ich Vegetarier werden und mich aus dieser Argumentation entfernen, aber ich esse gerne Fleisch und es gibt noch andere Arten der Tierbewirtschaftung. Aber selbst den ökologischen gehaltenen Tieren steht wegen der gesetzlichen Lage meist der letzte Weg zum zentralen und industriellen Schlachthof bevor.
Die Anzahl der Landwirte welche  ihre ruhenden und wiederkäuenden Tiere auf der Wiese durch Kopfschuss schnell und ohne Stress töten dürfen ist in Deutschland verschwindend gering.
Als Jäger habe ich alleine es in der Hand auf welche Art und Weise und wie schnell ein Tier stirbt. Wenn ich gut schieße, das Ziel richtig und gut mit dem richtigen Geschoss treffe, dann dauert der Sterbevorgang im Idealfall nur ein paar Millisekunden, im normalen Fall ein paar Minuten. Wenn ich mich schlecht verhalte, unbedingt Beute machen will und den Respekt und meine Verpflichtung einen schnellen Tod zu bringen vergesse, dann kann ich einem Tier durch meinen Fehler sehr langes Leid zufügen.
Es liegt an mir, ob ich es ertragen kann auch ohne Beute machen auf Jagd zu gehen.
Ich muss aber auch bereit sein ein durch mich verletztes und geflüchtetes Tier zu verfolgen und im schlechtesten aller Fälle mit einer Klinge (z.B. Der Saufeder) zu töten. Genau diese Vorstellung hat mich ein paar Tage beschäftigt. Bekommst Du es hin auf eine angeschossene, von Hunden gehaltene Sau zu springen und ihr die Klinge ins Herz zu stossen (nicht der Regelfall, aber ein mögliches Szenario). Erst als ich diese Frage klar mit Ja beantworten konnte habe ich mich zum Kurs angemeldet.
Das Fleisch kommt eben nicht aus dem Supermarkt, sondern wird durch das archaische Nehmen eines Lebens gewonnen.

Der dritte Punkt mutet beim ersten Lesen vielleicht etwas widersprüchlich an, aber Jagd ist eben manchmal auch Tierschutz.
Ich hatte mit meinem Auto in meinem Leben erst zwei Tierunfälle. Beim ersten ist mir auf eisglatter Strasse ein Reh seitlich in mein im Weg stillstehendes Auto geschlittert und nach beiderseitiger Verwunderung weitergelaufen, beim zweiten habe ich die Feldhasenpopulation der Insel Rügen um ein Exemplar dezimiert. Leider laufen solche Unfälle nicht immer so einfach. Oft ist das Tier schwer verletzt und schleppt sich davon. Manche verenden, manche bleiben lebenslang durch Verstümmelung und Schmerzen gezeichnet. Aber auch ohne menschliches Zutun ausgelöste Infektionen, Parasitenbefall, Erblindung oder Verletzung durch Balzkämpfe können beim Tier Leiden auslösen. Der Jäger nimmt diese in der Jägersprache „kranken“ Tiere aus der Population und erlöst sie so vom Leid. Etwas sehr ähnliches musste ich bei von meinen Katzen angebrachten Kaninchen, Vögeln, Maulwürfen und Mäusen machen, ich wusste also, dass ich das kann, auch wenn ich solche Momente nicht herbei sehnte.

Als vierten Beweggrund geht es mir um die Naturerfahrung. Ich hatte das Glück meine Kindheit und Jugend auf einem Dorf verbringen zu können. Lager im Wald bauen, Feuer machen und lange Märsche kenne ich schon lange. Ich geniese es jetzt beim Golf an der frischen Luft zu sein und beim Vogelbeobachten Berge zu besteigen oder mir Steinböcke beim Wandern anzusehen. Das Jagen verbindet diese Hobbies (na gut die Verbindung zum Golfen suche ich noch), gibt mir praktisch eine Klammer um all das. Hecken pflanzen, Hochsitze bauen, mit den Landwirten arrangieren, alleine im Wald die technische Ruhe geniessen. Das bringt die Jagd und gleichzeitig erfüllt sie ein Bedürfnis auf den untersten Stufen der Maslowschen Bedürfnispyramide: Nahrung beschaffen. Sich körperlich und geistig anzustrengen um etwas für mich und mein Selbst wichtiges zu tun. Ein Reh nicht nur zu töten, sondern es aufzubrechen, es aus der Decke zu schlagen und es zu zerwirken. Das Fleisch nachher auf dem Teller zu haben und sich erinnern was für ein wunderschönes Tier es war, dass es schnell starb und dass es nicht selbstverständlich ist Fleisch zu essen, sondern dass Verlust und Arbeit im Ergebnis steckt.
Darauf freue ich mich, da es mich auf mein eigenes Ökosystem zurückwirft. Keine Selbsterfahrung im indischen Ashram sondern Selbsterfahrung im heimischen Wald.
Ok, das klingt sehr esoterisch, aber in einer Welt in der Hippster so aussehen, also ob sie jeden Morgen einen Ster Holz vor dem Frührstück schlagen nur um dann in der Drogerie Bartöl zu kaufen, begegnet uns zwar einerseits das Wollen von archaischen Erfahrungen, aber wenn dann bitte in der Light-Version. Ich persönlich möchte halt die Full-Version.

Und last but not least finde ich den Wandel in der Jägerschaft sehr spannend. Wenn ich vor 20 Jahren als junger Umweltschutz-Student mich mit einem Jäger unterhielt, dann waren die Fronten klar. Hier ein verweichlichter Tierstreichler und dort ein trophäengeiler Ewiggestriger.
Ich gebe zu diese Position hat sich auf meiner Seite herausgewachsen und ich glaube wahrzunehmen, dass sich auch die Jägerschaft weiterentwickelt. Es kommt mit den steigenden Zahlen der Jäger auch frisches Blut und andere Denkweisen. Es kommt zu einem differenzierteren Auseinandersetzen mit den Themen. Eine meiner Lieblingszeitschriften zum Thema Jagd „Wilde Hunde“ hatte vor kurzem eine Homestory mit Tom Angelripper dem Sänger der Heavy-Metal Band Sodom. Mich hätte es fast vom Stuhl gehauen. Das Idol meiner Jugend ist seit seiner Jugend ein Waidmann. Die Bilder zeigen einen sehr zufriedenen Jäger weit weg vom stressigen Musikgeschäft. Ja, so bunt ist auch die Welt der „Grünröcke“, nur habe ich das Gefühl dass das Bunte in den letzten Jahren mehr auffällt. Ich hatte noch nie so viele gute Gespräche mit Jägern wie vor meinem endgültigen Entschluss selbst einer zu werden. Sehr vernünftige und abgeklärte Sichtweisen. Oft frei von Dogmen und sehr differenziert.

Tja und was soll ich sagen. Am Ende dieser Überlegenungen stand er Entschluss fest selbst ein Grünrock werden zu wollen (wobei mir als Fan der Serie „Firefly Serenity“ natürlich ein Brown Coat besser steht und ich auch braun als meine Farbe für Jagdkleidung auserkoren habe).

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Free Gustl Mollath – Wie Medien die Meinung beeinflussen

In diesen Tagen erinnere ich mich an die Zeit zurück als ich im Sozialkundeunterricht in meinem guten alten Graf-Münster-Gymnasium in Bayreuth saß und mir der Lehrer die Grundzüge unserer konstitutionellen Monarchie, pardon unserer Kanzlerinnen-Republik, äh der Bundesrepublik, jetzt passt es, versuchte zu vermitteln.

Ich habe gelernt, dass es die Exekutive gibt (Regierung, Staatsapparat), die Legislative (Bundestag und Bundesrat) und die Judikative (Gerichte). Und es gibt noch eine vierte Gewalt im Staat, die öffentlichen Medien.

Die Macht dieser öffentlichen Medien haben wir im Fall des Gustl Mollath eindrucksvoll gesehen. Es wurde mit einer beispielslosen Kampagne so lange aus allen Rohren gegen die scheinbar ungerechte Verwahrung von Herrn Mollath geschrieben, gesprochen und gesendet, bis auch der letzte Zweifel an der Schuld von Gustl Mollath ausgeräumt war.

Zugegeben, es gab im Fall des Gerichtsverfahrens gegen Herrn Mollath ein Verfahren und eine Vorgehensweise von Gutachtern und Gerichten welche, sollten die Vorwürfe zutreffen, eines Rechtsstaates unwürdig sind und in mir als Bürger dieses Staates die Hoffnung wecken, dass ich bitte nie in die Mühlen dieses Systems geraten möge.

Aber ob Gustl Mollath unschuldig ist oder nicht ist noch zu prüfen. Leider schossen die Medien über das Ziel hinaus den fragwürdigen ersten Prozess so lange zu geißeln, bis ein Wiederaufnahmeverfahren die einzige Möglichkeit gewesen wäre. Nein, Gustl Mollath wurde als unschuldig verurteilt hingestellt. Das ist etwas vollkommen anderes. Dass Gustl Mollath kein einfacher, angepasster Charakter ist, steht wohl außer Frage. Für Andersartigkeit sollte auch niemand ins Gefängnis oder eine psychatrische Klinik müssen. Aber ist er auch tatsächlich so unschuldig wie er immer behauptet? Denn das Gemeinwohl gefährdendes Verhalten ist eine andere Baustelle. Der Nordbayerische Kurier, allen voran dessen Chefredakteur Braun, berichteten sehr ausgewogen und stellten sich auch der in den Leserbriefen immer wieder hervorgebrachten harschen Kritik an der Berichterstattung des Kuriers. Hier wurde nämlich von Anfang an die Frage aufgeworfen, ob das in der Öffentlichkeit gesteuerte Bild zum Fall Gustl Mollath tatsächlich der Wahrheit entsprach. Man könnte Herrn Braun CSU-Justizministerin-nahe Parteilichkeit unterstellen, doch zeigt der Kurier seit dem Amtsantritt seines Chefredakteurs eine schonungslose Wahrheitspolitik gegen alles Parteien. Egal ob SPD oder CDU keine dieser Parteien dürfte gut auf Herrn Braun zu sprechen sein. Der Nordbayerische Kurier praktiziert eine Recherchepolitik und klärt auf. Wie ich mich freue das scheinbar längst beerdigte „Sapere Aude“ von Zeit zu Zeit in den Medien zu finden.

Im Fall Gustl Mollaths hatten die Medien natürlich auch extrem leichtes Spiel. Eine Justizministerin, die sagen wir mal im besten  Fall als unsympathisch beschrieben werden kann. Ein wahrscheinlich tatsächlicher Interessenskonflikt des Richters und ein sich scheinbar selbst schützender Justizapparat der propagiert dass nicht sein kann was nicht sein darf. Eigentlich ein Elfmeter für eine gute Kampagne.

Es bleibt zu hoffen, dass nach der Freilassung von Gustl Mollath die Debatte versachlicht wird, Herr Mollath einen fairen Prozess bekommt und der damalige Richter, sowie die damaligen Gutachter im Fall von Versäumnissen und Fehlern angemessene Sanktionen erfahren.

Just my 2 cents

Thor(sten)

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Kurt O. Wörl schreibt über die seiner Meinung nach fehlerhafte Sozialisierung unserer Teflon-Kanzlerin. Es macht Spaß der Argumentationskette zu folgen und zum Schluß war ich mir unschlüssig ob ich applaudieren oder ob der möglichen Tatsache bestürzt sein sollte. Ich habe dann einfach gelacht. Klarer Fall von Übersprungshandlung.